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KONZEPT

ANN AND PAT Jugendkulturbox

Anina Gräbner- Sarah Bachl- Anna Bader- Jürgen Neuhofer- Rene Hintersteiner

Inhaltsverzeichnis:
1. Ein paar Anmerkungen vorweg
2. Grundsätzliches zum Verein Jugend und Freizeit
3. Ann and Pat die Organisation
3.2. Ressourcen und Rahmenbedingungen
3.3. MitarbeiterInnen: Stellenbeschreibungen, Arbeitschwerpunkte, Dienstpläne
3.4. Kommunikation, strategische Planung und Entscheidungsfindung
3.5. Reflexion und Dokumentation
3.6. Kooperationen
4. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
4.1. Selbstverständnis der Organisation
4.2. Markt- und Umfeldanalyse: Markt, Mitbewerber, Konsumenten
4.3. Auswahl und Aufbereitung konkreter Angebote
4.4. Preis- und Zugangspolitik
4.5. Persönliches Auftreten und Abgrenzung
4.6. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
5. Sozialraumanalyse
5.1. Abgrenzung des Einzugsgebiets
5.2. Beschreibung des Stadtteils
5.3. Das Einzugsgebiet in Zahlen
6. Inhaltliche Schwerpunkte
6.1. Beziehungsarbeit
6.2. Raum- und Freizeitangebot
6.3. Information/Beratung
6.4. Mädchenarbeit
6.5. Kultur- und Medienarbeit
7. ANN AND PAT - die konkreten Angebote
7.1. Café
7.2. Veranstaltungen
7.3. Außer Haus
7.4. Kultur- und Medien-Projekte
7.5. Informations- und Weiterbildungsangebote
7.6. Persönliche Information und Beratung

1. Ein paar Anmerkungen vorweg

Kulturarbeit und Sozialarbeit begegnen einander in einem ständigen Diskurs, in dem es um die notwendige Deckung menschlicher Bedürfnisse abseits gewinnorientierter Angebote geht - und um die Frage, was für die Gesellschaft Motivation sein soll, die Deckung dieser Bedürfnisse zu unterstützen.
Die Sozialarbeit übernimmt zwischenmenschliche, Beratungs- und Versorgungs- Aufgaben und entlastet (teilweise in Auflösung, großteils in Umstrukturierung befindliche) traditionelle Verbände - Familien, Nachbarschaften, Bildungsinstitutionen etc. - praktisch wie moralisch. Diese Entbindung ganzer Gruppen aus (lästigen) Pflichten schützt die Kernangebote der Sozialarbeit vor allzu heftiger Kritik (angesichts ihrer Kosten). Am Konsens der Notwendigkeit rüttelt niemand.
Währenddessen kämpft die Kulturarbeit um ihre Legitimation. Neben die Sozialarbeit gestellt, scheint dies nach einer ersten Annäherung auch nahe liegend zu sein: Dass sozial Schwächere, Randgruppen, Jugendliche versorgt/geschützt/unterstützt sein wollen, ist mit Mitmenschlichkeit und Solidarität begründbar. Doch warum sollten sie sich ästhetisch äußern? Und wenn sie schon ein Bild malen, ein Video drehen oder mit ihrer Band spielen wollen - so können sie es tun. Warum ihnen aber dieses "Vergnügen" gezielt ermöglichen?
Kulturarbeit nimmt auf ein wesentliches Bedürfnis des Menschen Bezug: sich zu äußern. Die Maslowsche Bedürfnispyramide, in der die Selbstverwirklichung als einziges Wachstumsmotiv die oberste Kategorie darstellt, läuft dennoch (nebst allen berechtigten Vorbehalten) ständig in Gefahr, als "maßlose" Bedürfnispyramide interpretiert zu werden. Die Entwicklung von Fähigkeiten, sich auszudrücken, wird im außerschulischen Bereich mit Unterhaltung und Zerstreuung gleichgesetzt und - "erst die Arbeit, dann das Vergnügen" - nur jenen zugestanden, die sich eine derartige Auseinandersetzung leisten können, weil sie a) konsumkräftig sind oder b) von ihrem kreativen Output leben können.
So ist es wohl kein Wunder, dass Kulturarbeiter_innen dazu neigen, vorzurechnen, was Kulturarbeit dem Staat an sozialen Folgekosten ersparen kann. Sie machen sich dadurch selbst zu versteckten Sozialarbeiter_innen, etablieren Kulturarbeit als einschlägige Methode, als "kleinen Umweg" über den sozialarbeiterische Ziele verfolgt werden können. Das allein kann es nicht sein.
Es gilt, Potentiale (und nicht Defizite) in den Mittelpunkt zu stellen, alle menschlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen, auch jenes , unter Einsatz von Phantasie und Kreativität eigenschöpferisch tätig zu werden - unabhängig davon, ob der_die Betreffende sozial auffällig ist oder nicht. Es kommt zurück, in Form von Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, sozialer Kompetenz, Offenheit, Toleranz.
Und so ist Kulturarbeit mehr als ein Mittel, mit dem sich (eventuell) verhindern lässt, dass Arbeitslose straffällig, Jugendliche drogenabhängig und Frührentner_innen zu Amokläufer_innen werden. Vielmehr muss es Sinn und Zweck kulturarbeiterischer Angebote sein, dem_der Einzelnen und ganzen Gruppen Strategien nahe zu bringen, wie sie Eindrücke verarbeiten, Ideen entwickeln, Vorstellungen realisieren und Ergebnisse präsentieren können - und so Identität stiften. Und dieses Selbstverständnis sollte der Gesellschaft etwas wert sein.

2. Grundsätzliches zum Verein Jugend und Freizeit

Ziel der Jugendarbeit des Vereins Jugend und Freizeit ist die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen in Orientierungsprozessen, bei der Alltagsgestaltung und Lebensbewältigung, sowie bei der Entwicklung ihrer sozialen, kulturellen und persönlichen Identität. Dabei werden, im Rahmen einer offenen und aufsuchenden Jugendarbeit, Methoden der Sozial-, Freizeit- und Kulturarbeit zusammengeführt und optimiert.
Der Verein führt in Linz Jugendfreizeitstätten, Jugendinformations- und Servicestellen, leistet Jugendarbeit mit Mobilem Ansatz und Streetwork (in Form eigener Streetwork-Projekte). Alle Angebote richten sich an die Kerngruppe der 12 bis 18 jährigen und sind bewusst niederschwellig aufbereitet.
Die Jugendzentren (als maximale Einheit aus Jugendfreizeitstätte, Jugendinformations- und Servicestelle sowie Jugendarbeit mit Mobilem Ansatz) verfügen über keine konzeptionelle Zielgruppenorientierung, was auch bedeutet, dass Gruppenbildungen ohne Fremdsteuerung zugelassen werden. Jedoch sind die einzelnen Anlaufstellen des Vereins angehalten, für sozial benachteiligte und problematisierte Jugendliche größere Arbeitsressourcen zur Verfügung zu stellen - ebenso wie für Jugendliche, die einen ihrer zentralen Bezugspunkte (Wohnung, Eltern/Elternteil, Arbeitsplatz/Schule, Freundeskreis...) im näheren Einzugsbereich der jeweiligen Einrichtung finden (Stadtteilorientierung).
Die Entwicklung und Durchführung aller Angebote liegt in Abstimmung mit dem Grundsatzkonzept und der grundsätzlichen Ausrichtung und Schwerpunktsetzung durch die Vereinsleitung (Vorstand, Geschäftsführung) beim jeweiligen Team vor Ort und orientiert sich - basierend auf einem demokratischen Werte- und Rechtsverständnis - an den Bedürfnissen und Interessen der Zielgruppen. Die Mitarbeiter_innen des Vereins Jugend und Freizeit sind zudem aufgefordert, zu einer Verbesserung der Lebenssituation der Jugendlichen beizutragen, indem sie Partei ergreifen, begründete Interessen der Jugendlichen gegenüber der Öffentlichkeit vertreten und entsprechende Veränderungen einfordern.
Der Zugang zu allen Kernangeboten (Beziehung, Raum, Information/Beratung/Begleitung) ist für Jugendliche kostenlos. Alle Maßnahmen unterliegen den Arbeitsprinzipien Anonymität, Parteilichkeit, Freiwilligkeit und Ganzheitlichkeit.
Ein laufender, offener Diskurs zwischen den Beteiligten initiiert, begleitet und evaluiert die ständige Verbesserung aller Angebote, die Durchsetzung neuer Methoden, Perspektiven und Ideen im Sinne der oben beschriebenen Ziele. Aus diesem Prozess resultierende Erkenntnisse und Erfahrungen werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Der Verein bekennt sich zu einem humanistischen Menschenbild als Übergeordnetes Prinzip, welches den Orientierungsrahmen für Beziehungen innerhalb der Organisation sowie zu seiner Umwelt bildet - und Toleranz, Wertschätzung und Respekt vor der Würde anderer besonderen Wert beimisst.

3. ANN AND PAT - Die Organisation

3.1. Abriss zur Geschichte

1997 wurde seitens der Stadt Linz und des Vereins Jugend und Freizeit der Beschluss gefasst, die Jugendlichen in Linz/Urfahr mit einer weiteren Jugendeinrichtung zu „versorgen“, da bis dahin im gesamten Gebiet nur eine offene Jugendeinrichtung - das Jugendzentrum Dornach - bestand.
Bei der Planung flossen Überlegungen ein, diese Einrichtung neben den „jugendzentrumsüblichen“ Grundangeboten auf einen methodischen Schwerpunkt hin auszurichten. In Frage kamen u. a. geschlechtsspezifische Zielsetzungen, Kulturarbeit und Sport. Beeinflusst durch Anregungen und Reaktionen von Jugendlichen bei Jugendgesprächen, Beobachtungen des Marktes und Voraussetzungen des Standortes, fiel im Herbst 1997 die Entscheidung zur Gestaltung des geplanten Jugendzentrum als Jugendkulturbox.
Mit dem Jahreswechsel 97/98 begannen die Adaptionsarbeiten an den zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. Im Juli wurde der Betrieb aufgenommen, am 9. und 10. September 1998 feierte die ANN AND PAT Jugendkulturbox schließlich ihre „offizielle“ Eröffnung.
In der Zwischenzeit sind fünfzehn Jahre vergangen, die ANN AND PAT Jugendkulturbox hat sich etabliert, Schwerpunkte sind - neben „üblichen“ Jugendzentrumsangeboten - die Förderung von Nachwuchsbands, das Auftreten als Veranstalter_in verschiedener jugendrelevanter Veranstaltungen und verschiedene Medienprojekte (Radioshow, Internet, Video ...).
Im Juni 2005 übersiedelt die ANN AND PAT Jugendkulturbox in die Lederergasse 7, in die Räumlichkeiten des Jugendzentrums CT. Das Jugendzentrum CT wird in den Räumlichkeiten der Hauptstrasse 74 unter neuem Namen angesiedelt. Im September 2005 wird die ANN AND PAT Jugendkulturbox nach einer einmonatigen Adaptionsphase in der Lederergasse zum zweiten Mal „neu eröffnen“.
Grundüberlegung zu diesem Standorttausch waren der vermehrte Raumbedarf der ANN AND PAT Jugendkulturbox und die für Jugendkulturarbeit wesentlich besser geeignete Innenstadtlage, die mit dem Umzug in die Lederergasse gegeben ist.

3.2. Ressourcen und Rahmenbedingungen

Der ANN AND PAT Jugendkulturbox stehen in der Lederergasse 7, vier Ebenen zur Verfügung.
Im Keller befinden sich zwei Proberäume, die von fünf Bands genützt werden.
Das Erdgeschoß, der Veranstaltungsbereich, bestehend aus einem Konzertsaal mit Bühne, PA Anlage, Lichtanlage und Bar, einem Foyer mit Einlass und Aufenthaltsbereich, einer Toilettenanlage, einem Getränkelagerraum. Weiters befindet sich auf dieser Ebene ein Anbau, der als Backstagebereich dient und mit einem Aufenthalts- und Schlafraum, Duschen und Toiletten ausgestattet ist.
Das Café mit Barbereich, ein „Wohnzimmer“, ein Computerarbeitsplatz mit offenem Internetzugang und eine Küche sowie unser Büro befinden sich im ersten Stock.
Im zweiten Stock befinden sich die Jugendinformations- und Servicestelle mit Internetzugang, ein Kinosaal, der auch für Lesungen, Ausstellungen und als Tanzraum genützt werden kann und eine Siebdruckanlage.
An Mittel zur konkreten Arbeits- und Programmgestaltung stehen der Einrichtung die jährlich vergebenen Verfügungsmittel des Vereins Jugend und Freizeit zur Verfügung, zudem verbleiben Einnahmen aus Sponsoring, Fundraising, Merchandising, projektbezogenen Subventionen und Eintritten/Unkostenbeiträgen. Sonstige Personal- und Betriebskosten werden aus dem ordentlichen Budget des Vereins Jugend und Freizeit gedeckt.

3.3. Mitarbeiter_innen: Stellenbeschreibungen, Arbeitschwerpunkte, Dienstpläne

Der ANN AND PAT Jugendkulturbox stehen eine Beraterin á 30 Wochenstunden, eine Jugendarbeiterin mit 33 Wochenstunden, ein Jugendarbeiter mit 36 Wochenstunden eine Jugendarbeiterin mit 24 Stunden ein Stiftungsteilnehmer der Implacementstiftung mit 33 Wochenstunden, zur Verfügung. Die Mitarbeiter_innen sind Angestellte des Vereins Jugend und Freizeit und/oder der Implacementstiftung ihre Beschäftigung unterliegt den Bestimmungen der jeweils aktuellen Betriebsvereinbarung.
Der Dienststellenplan sieht für die ANN AND PAT Jugendkulturbox neben einem/einer Leiter_in eine/n Jugendberater_in sowie 2 Jugendarbeiter_innen vor. Einstellungsvoraussetzungen sind eine abgeschlossene, einschlägige Ausbildung (z. B. Studium der Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Sozialakademie, Sozialpädagog_innen-Lehrgang, Jugendbetreuer_innen-Lehrgang ...) und/oder ein einschlägiger beruflicher Werdegang. Darüber hinaus werden soziale Kompetenz, erhöhte Kommunikationsfähigkeit, psychische Stabilität, Einfühlungsvermögen, Organisationstalent, Bereitschaft zur Weiterbildung und Reflexion sowie Teamfähigkeit gefordert.
Jede_r Mitarbeiter_in leistet Beziehungsarbeit und ist Ansprechpartner_in für Anliegen/Probleme der Jugendlichen. Zudem übernimmt jede_r Mitarbeiter_in nach Bedarf ausführende Tätigkeiten im Rahmen der notwendigen Arbeitsabläufe des ständigen Betriebs.
Dispositive Aufgaben sind - sofern sie permanente Angebote betreffen - in autonome Arbeitsschwerpunkte aufgeteilt, die entweder durch die Stellenbeschreibung vorgegeben sind oder durch Teamentscheid zugeteilt werden.
Die Arbeitsschwerpunkte unterliegen der Zielsetzung und Kontrolle durch Leitung und Team.
Über Veranstaltungen und Projekte, die in oder über die ANN AND PAT Jugendkulturbox abgewickelt werden bzw. an denen sich die Box beteiligt, entscheiden Leitung und Team (ggf. in Absprache mit der Führung des Vereins Jugend und Freizeit), alle diesbezüglich anfallenden dispositiven Aufgaben werden einem_einer Projektleiter_in übergeben. Ist der_die Projektleiter_in kein_e ständige_r Mitarbeiter_in der ANN AND PAT Jugendkulturbox, wird von der Einrichtung ein_e Projektbetreuer_in zur Beratung und Koordination beigestellt.

3.4. Kommunikation, strategische Planung und Entscheidungsfindung

Das Team der ANN AND PAT Jugendkulturbox ist in die Organisationsstruktur des Vereins Jugend und Freizeit eingebunden. Entsprechend nehmen Vertreter_innen der Einrichtung an Gremien und Arbeitskreisen (Leiter_innenbesprechung, Berater_innenarbeitskreis, Arbeitskreis feministische Mädchenarbeit, Arbeitskreis für Jugendarbeit mit Mobilem Ansatz, Klausuren ...) teil.
Einmmal jährlich findet zur Evaluation und strategischen Planung eine dreitägige Teamklausur statt, in der grundlegende Ziele, Vorhaben und Korrekturen festgelegt werden. Diese dienen als Basis für eine Zielübereinkunft mit der Geschäftsführung des Vereins (halbjährliche Besprechung).
Die ordentliche Teambesprechung (jeden Mittwoch, 12 bis 15 Uhr) dient der kurz- und mittelfristigen Ideenfindung, Planung und Programmierung, der Diskussion um die Aufbereitung einzelner Angebote, der Diskussion von Einzelfällen und außergewöhnlichen Vorfällen, der gegenseitigen Information zum Entwicklungsstand der verschiedenen Vorhaben, der Information über das Vereinsgeschehen und andere relevante Entwicklungen, der Klärung teaminterner Fragen – sowie der Aufteilung dispositiver und operativer Aufgaben.
Übereinkommen über grundsätzliche Vorgangsweisen und die Programmierung werden - sofern sie nicht durch den Verein Jugend und Freizeit vorgegeben sind - durch das Team gefasst. Kommt kein Beschluss zustande, durch die_den Leiter_in. Alle darüber hinausgehenden Entscheidungen treffen die jeweiligen Mitarbeiter_innen autonom im Rahmen ihres Arbeitsschwerpunktes. Jede_r Mitarbeiter_in kann jedoch jede Angelegenheit zur Teamsache erklären und eine Diskussion/Überprüfung fordern (interne Kontrolle).
Zudem können jederzeit durch die anwesenden Mitarbeiter-_innen außerordentliche Teambesprechungen einberufen werden, deren Ergebnisse jedoch zur endgültigen Beschlussfassung in die ordentliche Teambesprechung einzubringen sind.

3.5. Reflexion und Dokumentation

Zur inhaltlichen Kontrolle und Darstellung der Tätigkeit werden Daten und Erfahrungen gesammelt und aufbereitet - und zwar in Form von
täglichen Tätigkeitsberichten („TagesDoku“), BesucherInnenstatistik, Informationsgesprächestatistik, Beratungsgesprächestatistik, Jahresberichten, Essays, Fachartikel, Projektberichten, Fotos und Filmen.

3.6. Kooperationen

Die ANN AND PAT Jugendkulturbox strebt zur Realisierung von Projekten, Veranstaltungen und anderen Vorhaben, zum Erfahrungsaustausch sowie zur Information und Weiterbildung von MitarbeiterInnen und InteressentInnen Kooperationen mit Einzelpersonen und anderen jugendrelevanten Institutionen an, einerseits in Form echter Partnerschaften, andererseits in bezug auf Sponsoring und Fundraising.

4. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

4.1 Selbstverständnis der Organisation

Die ANN AND PAT Jugendkulturbox ist ein Jugendzentrum, in welchem die klassische Offene Jugendarbeit des Vereins Jugend und Freizeit um jugendkulturelle Angebote und Kulturarbeit ausgeweitet wird, und das (u. a. auch dadurch) verstärkt auf die persönlichen und gruppenspezifischen Potentiale ihrer Besucher_innen baut und so auch eine aktive und präsente Rolle in und zwischen den Szenen sowie gegenüber einer allgemeinen Öffentlichkeit einnehmen kann.
Dies bedeutet:
ein "veranstaltungslastigeres" Jugendzentrum, ein "offeneres" Jugendzentrum, welches neben seinen Stammbesucher_innen einen erhöhten Anteil an "Laufkundschaft" aufweist und durch die Vielfältigkeit der Angebote auch in der Lage ist, verschiedene Cliquen und Szenen anzusprechen;
ein "dienstleistungs- und serviceorientierteres" Jugendzentrum, welches über Know-How (Wissen + optimierte Arbeitsabläufe, professionelle Infrastruktur) für attraktive Angebote verfügt;
ein "partizipationsbereiteres" Jugendzentrum, in dem interessierte Jugendliche durch Einbindung in Arbeitsgruppen, Projektgruppen und Netzwerke vermehrt Möglichkeiten finden, mitzugestalten und mitzuarbeiten (Jugendliche erarbeiten Angebote für Jugendliche = "Jugendrehscheibe");
ein "öffentlich präsenteres" Jugendzentrum, das attraktiv und selbstbewusst auftritt, an jugendkulturellen Entwicklungen verstärkt teilnimmt und in gesellschaftspolitischen Fragen Position bezieht und Schwerpunkte setzt;
ein "internationaleres" und "vernetzteres" Jugendzentrum, das offensiv Allianzen mit anderen österreichischen und Europäischen Jugend-, Sozial- und Kultureinrichtungen eingeht, einerseits im Hinblick auf Erfahrungsaustausch, andererseits zur Ermöglichung attraktiver Angebote (Jugendaustauschprojekte, Jugendreisen, Bandaustausch ...);
ein "frecheres" Jugendzentrum, welches durch Unkonventionalität und Unkompliziertheit Sympathien weckt und Identifikation stärkt, und dabei sehr klar grundlegende Werte wie Toleranz, Aufgeschlossenheit und Solidarität vertritt.
Diese Ansätze bauen auf jenen Qualitäten auf, die schon bisher die Jugendzentren des Vereins Jugend und Freizeit auszeichnen und Vorbildfunktion haben:
Mitarbeiter_innen, die offen sind und sich Zeit zur Auseinandersetzung mit den Besucher_innen der Einrichtung nehmen;
eine akzeptierende Grundhaltung auf Basis gegenseitiger Wertschätzung (Vertrauen);
Regeln und Zugangsvoraussetzungen, die es auch problematisierten oder "schwächeren" Jugendlichen ermöglichen, am Leben in der Einrichtung teilzunehmen und deren Angebote wahrzunehmen;
das Angebot kompetenter persönlicher Information, Beratung und Begleitung (auch im Sinne einer Erstanlaufstelle bei komplexen Problemstellungen);
das Aufgreifen und Thematisieren von Problemfeldern im Alltag der Jugendlichen und wenn möglich, aktive Beiträge zur Verbesserung der Situation;
die Begleitung von Jugendlichen aus dem Jugendzentrum im Stadtteil (Lebenswelt);
aktive Stadtteilarbeit (Stadtteilerkundung, Vernetzung, Vermittlung bei Problemsituationen);
Freizeitangebote, die sich an den Bedürfnissen und Interessen der Jugendlichen orientieren;
ein Ambiente, das den Bedürfnissen und dem Lebensstil der Besucher_innen entspricht.

4.2. Markt- und Umfeldanalyse: Markt, Mitbewerber, Konsumenten

In Linz bestehen neben einer größeren Zahl an Offenen Jugendeinrichtungen (14 Jugendzentren des Vereins Jugend und Freizeit, STUWE, Evangelisches Jugendzentrum, …GB-JZ Kandlheim ...) sowie einigen Jugendberatungsstellen/ Streetworkprojekten eine durchaus bemerkenswerte Zahl an Kultur/ Kommunikationszentren, die sich mit ihren Angeboten an bzw. unter anderem auch an Jugendliche wenden (KAPU, STWST, Posthof, Kulturzentrum Hof ...). Trotzdem hat sich herauskristallisiert, dass - bis auf wenige Ausnahmen (KUBA, STUWE, KAPU ...) - Jugendkultur entweder ausschließlich in Form von „Alltagskultur“ stattfindet (eingeschränkt durch nicht vorhandene Infrastruktur, unterbrochen von „gelegentlichen“Veranstaltungen) oder auch die Einbindung von Besucher_innen in die Programmierung und in Projekte de facto nicht stattfindet (oft weil dies auch nicht Ziel der Einrichtung ist). Dieser Umstand erzeugt z. B. für Nachwuchsmusiker_innen die Situation, dass sie trotz vorhandener Räume kaum Auftrittsmöglichkeiten vorfinden, die nicht mit (in keiner Relation stehenden) Kosten verbunden sind - oder ein professionelles Niveau voraussetzen. Ähnliches gilt für potentielle Party- und Musik- Veranstalter_innen oder für Jugendliche, die in die Medienarbeit (Radio, Video, Internet ...) „hineinwachsen“ wollen.
Über einzelne Workshops hinausgehende Kultur- und Medienarbeit lag zuletzt fast ausschließlich in Händen ambitionierter Lehrer_innen an einzelnen (vorbildlichen) Schulen, immer auch abhängig vom Schultyp und von zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Einzelgesprächen mit Jugendlichen aller Altersgruppen lässt sich deutlich entnehmen, dass zwar in erster Linie Treffpunkte und Rückzugsmöglichkeiten gesucht werden, deren Ambiente dem Geschmack der jeweiligen Zielgruppe entspricht und die günstig gelegen sind, dass aber das alleinige „Zur-Verfügung-stellen“ von Raum als auf Dauer langweilig empfunden wird. Veranstaltungen als Anregung/Möglichkeit zum „Aktiv-Sein“ und als „soziale Ereignisse“, die einen Aktionsradius über das eigene soziale Umfeld hinaus öffnen bzw. aufgrund der „außergewöhnlichen“ Situation das Ausprobieren neuer oder das Festigen bestehender Rollen innerhalb der jeweiligen Gruppe begünstigen, werden fast durchgängig begrüßt.

4.3. Auswahl und Aufbereitung konkreter Angebote

In der ANN AND PAT Jugendkulturbox sollen ein permanentes Angebot und laufende Programme möglich sein, die zum einen Teil durch Mitarbeiter_innen der Einrichtung festgelegt und gestaltet sind, zu einem weiteren Teil „Koproduktionen“ von Mitarbeiter_innen mit einzelnen Jugendlichen oder Gruppen darstellen (wobei die Projektleitung auch hier bei einem/einer Mitarbeiter_in des Teams liegt) und in einem nennenswerten Ausmaß auch Vorhaben sind, die - innerhalb festgelegter Rahmenbedingungen (z. B. für Fremdveranstaltungen ...) zur Gänze von Jugendlichen getragen werden (wobei die Einrichtung Ressourcen und eine/n ProjektbetreuerIn zur Unterstützung beistellt).
Die Entscheidung für bzw. gegen bestimmte Angebote fällt durch das Team (bei größeren Unternehmungen in Absprache mit der Geschäftsführung des Vereins) bzw. - falls dies durch die festgelegten Ziele bereits legitimiert ist - durch die_den für den jeweiligen Arbeitsschwerpunkt zuständige_n Mitarbeiter_in.
Die Entscheidungsgrundlagen sind:
die Relevanz des Angebotes in Bezug auf die (artikulierten bzw. vermuteten) Bedürfnisse der ständigen BesucherInnen der Einrichtung,
die Relevanz des Angebotes für Jugendliche aus dem Einzugsgebiet und für Jugendliche und Jugendszenen allgemein,
das Zusammenspiel des Vorhabens mit dem Gesamtangebot der ANN AND PAT Jugendkulturbox (auch im Hinblick auf Identität und Synergien),
die Bedeutung des Angebotes für die weitere Entwicklung der ANN AND PAT Jugendkulturbox,
das Innovationspotential des Angebotes für die Jugendarbeit allgemein,
die Leistbarkeit des Angebotes (eine professionelle Umsetzung muss möglich sein, ohne dass andere Angebote darunter leiden).

Allen Projekten liegen eine formulierte Projektidee und ein Treatment zugrunde, die neben Perspektiven, Aufbau- und Ablauforganisation, Finanzplan und P.R./Öffentlichkeitsarbeit auch die Aufbereitung des Angebotes (inhaltliche Gestaltung, dramaturgischer Aufbau, Design ...) für die jeweilige/n Zielgruppe/n festlegen.

4.4. Preis- und Zugangspolitik

Das Beziehungs-, Informations- und Beratungsangebot sowie der Zugang zum Raum ist für Jugendliche grundsätzlich mit keinen Kosten verbunden und bewusst niederschwellig gehalten. Die Einrichtung und alle damit verbundenen Angebote stehen während der Caféöffnungszeiten und nach Vereinbarung zur Verfügung.
Speisen und Getränke werden zu Selbstkosten (Anschaffungspreis plus Bereitstellungskosten) angeboten. Der Ausschank von alkoholischen Getränken beginnt um 18.00 Uhr.
Zur Kostendeckung von Veranstaltungen und Aktivitäten (Ausflüge, Workshops ...) werden Eintritte, Veranstaltungszuschläge bzw. Selbstkostenbeiträge verlangt, die von den Besucher_innen/Teilnehmer_innen bei Einlass bzw. Anmeldung zu bezahlen sind. Kartenvorverkauf für Veranstaltung findet nur in Ausnahmefällen statt, Kartenreservierungen sind jedoch jederzeit möglich. Die Angebote sind so kalkuliert, dass sie für Jugendliche leistbar bleiben.
Besucher__innen, die durch ihr Verhalten den ordentlichen Betrieb der ANN AND PAT Jugendkulturbox stören und/oder die Einrichtung, Mitarbeiter_innen und andere Besucher_innen gefährden, werden bei groben Verstößen mit befristetem bzw. unbefristetem Lokalverbot belegt, gegebenenfalls auch unter Einleitung rechtlicher Schritte. Bei weniger groben Regelüberschreitungen soll - Einsichtigkeit und Einvernehmen vorausgesetzt - eine Wiedergutmachung möglich bleiben.

4.5. Persönliches Auftreten und Abgrenzung

Im Zentrum der Unternehmungen der ANN AND PAT Jugendkulturbox steht der persönliche Kontakt zwischen Mitarbeiter_innen und Jugendlichen. Entscheidend ist daher, daß Mitarbeiter_innen
in die Arbeit verstärkt ihre Persönlichkeit und die Bereitschaft zur Reflexion miteinbringen,
Kontaktbereitschaft signalisieren und sich für BesucherInnen Zeit nehmen,
Jugendliche immer wieder auf die Möglichkeiten und Angebote der ANN AND PAT Jugendkulturbox aufmerksam machen,
auf Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen,
Anliegen/Anregungen von Besucher_innen bevorzugt behandeln und nicht unbegründet ablehnen,
Zusagen einhalten,
Jugendliche nicht überfordern, stigmatisieren oder instrumentalisieren,
auf Besucher_innen verschiedener Szenen/Lebensstile/Gruppen grundsätzlich gleich offen zugehen,
durch ihr Auftreten zu einem kooperativem Klima beitragen und auch in Konfliktsituationen einen angemessenen Ton finden,
das Selbstverständnis und die Regeln der Einrichtung sowie grundlegende Werte wie Aufgeschlossenheit, Toleranz und Solidarität klar vertreten.

4.6. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Die ANN AND PAT Jugendkulturbox leistet für ihre Angebote, Projekte und Veranstaltungen Produktwerbung in Form von:
persönlichen Gesprächen in- und außerhalb der Einrichtung,
Informationsveranstaltungen (z. B. an Schulen)
Plakatieren für einzelne Veranstaltungen/Projekte,
Flyern für einzelne Veranstaltungen/Projekte,
persönliche Einladungen/Direct Mailings,
Broschüren,
eigener Homepage.
Für Imagewerbung stehen folgende (mögliche) Träger zur Verfügung:
Flyer/Postkarten,
T-Shirts,
Transparente.
Zudem bieten die im Rahmen der Kultur- und Medienarbeit entwickelten Projekte (Internetseiten, Radio, TV/Video, Zeitung ...) Raum zur gestalteten Darstellung der Angebote gegenüber einer Öffentlichkeit.
Public relations werden laufend durch
Presseaussendungen,
Presseinterviews und
die Information relevanter Einrichtungen im Rahmen der Vernetzung gepflegt.

5. Sozialraumanalyse

5.1. Abgrenzung des Einzugsgebiets

Das engere Einzugsgebiet für die Jugendkulturbox besteht aus der Linzer Innenstadt (Altstadtviertel, Rathausviertel, Kaplanhofviertel, Neustadtviertel, Volksgartenviertel und Römerberg-Magarethen, Froschberg und Freinberg). Da die ANN AND PAT Jugendkulturbox neben den klassischen Angeboten des Vereines Jugend und Freizeit auch Angebote im Bereich Jugendkultur setzt, ist anzunehmen, dass im weiteren auch Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Linz und Umgebung diese Angebote in Anspruch nehmen werden. Das Einzugsgebiet ist daher nicht lediglich auf den Stadtteil zu begrenzen. Zur Zielgruppe gehören Jugendliche im Alter zwischen 13 und 23 Jahren, die entweder im Stadtteil wohnen , durch Schule, Freundeskreis, sonstige Freizeitaktivitäten...viel ihrer Zeit im Stadteil verbribgen oder die sich durch besondere Programmschwerpunkte der Einrichtung angesprochen fühlen.

5.2. Beschreibung des Stadtteils

Die Stadtteile Altstadtviertel, Rathausviertel, Kaplanhofviertel, Neustadtviertel und Volksgartenviertel sind dicht bebaute Gebiete, die vorwiegend alte Bausubstanz vorweisen. Im Gegensatz dazu sind der Freienberg, der Froschberg und der Stadtteil Römerberg –Magarethen weniger dicht besiedelt und weisen eine große Anzahl an Grünflächen auf.
Vom nahe gelegenen Hauptplatz ausgehend, erstreckt sich nach Süden hin die Landstrasse, die mit ihren Seitenstraßen- und Gassen das Einkaufs- und Verwaltungszentrum von Linz bildet.
Westlich des Hauptplatzes liegt die Linzer Altstadt die mit ihren zahlreichen Lokalen Restaurants und Bars viele, vor allem jugendliche, NachtschwärmerInnen anlockt. Weiters befinden sich gastronomische Angebote im gesamten Innenstadtbereich.
Darüber hinaus sind viele kulturelle Einrichtungen im Stadtteil ansässig. Wie zum Beispiel: Kinos, KAPU, U-Theater, Landestheater, Offenes Kulturhaus, Kulturzentrum Hof, Brucknerhaus, Stifterhaus und einige Museen.
Mit dem Parkbad,der Eishalle, dem Donauparkstadion und dem Stadion auf der Gugl sind in der Innenstadt Freizeiteirichtungen mit sportivem Charakter vertreten.
Die nahegelegene Linzer Donaulände bildet zwischen dem Kunstmuseum LENTOS und dem Linzer Stadthafen ein beliebtes Naherholungsgebiet, das sich gerade bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreut.
Die Innenstadt zeichnet sich durch eine große Konzentration an Schulen aus, wie sie sonst in keinem Stadtteil zu finden ist. Neben zwei Oberstufenrealgymnasien befinden sich vier Berufsbildende Höhere Schulen, fünf Gymnasien, zwei Hauptschulen, die freie Waldorfschule, die Musikschule und die Kunstuniversität in diesem Stadtteil.
Die Palette der Sozialeinrichtungen im Stadtteil ist breit gefächert. Ein überwiegender Teil der Linzer Sozialeinrichtungen sind im innerstädtischen Bereich zu finden.

5.3. Das Einzugsgebiet in Zahlen

6. Inhaltliche Schwerpunkte

6.1. Beziehungsarbeit

Das personalkommunikative Angebot (Beziehungsangebot) stellt den Kern des "sozialen" Angebots der ANN AND PAT Jugendkulturbox dar. Es bedeutet "da-sein", kommunizieren, "Zeit füreinander haben". Dadurch soll die Entwicklung belastbarer Vetrauensverhältnisse ermöglicht werden, auf die Jugendliche bei Bedarf - zur befriedigenden Gestaltung ihres Alltags, sowie in Krisensituationen - zurückgreifen können und die es ihnen leichter machen, sich wohl zu fühlen, ihre Bedürfnisse zu formulieren und gegebenenfalls Hilfe auch anzunehmen.
Wichtige Eckpfeiler derartiger Beziehungen sind - wie bereits in Pkt. 4.5 dargestellt:
Klarheit der Rollen,
Ehrlichkeit,
Gewährleistung der Ansprechbarkeit.
Die Beziehungsarbeit unterliegt den Arbeitsprinzipien Anonymität, Parteilichkeit und Freiwilligkeit.

6.2. Raum- und Freizeitangebot

Mit der ANN AND PAT Jugendkulturbox wird BesucherInnen Raum zur Verfügung gestellt, dessen Nutzung nicht an Konsumzwang gebunden ist. Diese Räumlichkeiten sollen Jugendlichen die Möglichkeit geben
sich zurückzuziehen/sich zu entspannen, zu spielen/sich mit Medien (TV/Video/Zeitschriften/Internet) auseinander zu setzen,
am Ambiente mitzugestalten/andere Ideen (die geeignete Räumlichkeiten voraussetzen) zu verwirklichen,
ihre Freizeit zu planen/zu gestalten.
Das Angebot ist an die Öffnungszeiten der Einrichtung geknüpft, darüber hinaus nach Vereinbarung.
sich zu treffen/sich kennen zu lernen/miteinander zu kommunizieren
Voraussetzung für ein „Funktionieren“ des Raumangebots ist eine entsprechende Gestaltung (Ambiente), die auch regelmäßig weiter- oder neuentwickelt wird - sowie ein attraktives Barangebot (Speisen, Getränke ...) und eine bedürfnisgerechte Ausstattung (Sitzmöglichkeiten, Unterhaltungselektronik, Zeitschriften, Spiele, Infomaterial ...). Die Gestaltung und Wahrung einer angenehmen Atmosphäre drückt Wertschätzung gegenüber den BesucherInnen aus.

6.3. Information/Beratung

Im Mittelpunkt der Kommunikation bei Informationsgesprächen steht eine Auskunft an den Jugendlichen über eine von ihm zur Sprache gebrachte Problem- bzw. Fragestellung, ein Informationsgespräch enthält eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage.
Beratungsgespräche werden als problemzentrierter Interaktionsprozess aufgefasst, wobei drei von insgesamt fünf Kriterien für die Zuordnung zu einem Beratungsgespräch gegeben sein müssen:
Problembelastung (persönliche Betroffenheit, gestörtes psychisches Wohlbefinden),
Anamnese (Sammeln und Systematisieren von problembezogenen Informationen),
zeitliche Relevanz (Dauer des Gespräches über 10 Minuten), Räumlichkeiten, gezieltes Aufsuchen der_des Beraterin_ Beraters, telefonische Beratung) und die
personenbezogene Intervention (über verbale Kommunikation hinausgehende personen- und problembezogene Intervention). Setting (ungestörte Atmosphäre in geeigneten Räumlichkeiten)

Über Einzel- und Gruppengespräche hinaus fällt das Abhalten von Informationsveranstaltungen wie das Bereitstellen von Informationsmaterial („Infothek“) ins Gesamtangebot.
Das Informations- und Beratungsangebot wird primär durch den_die Jugendberater_in repräsentiert. Geführt werden Beratungen jedoch durch den_die Erstangesprochene_n bzw. durch jene/n MitarbeiterIn, die durch den/die KlientIn mit einem entsprechenden Auftrag ausgestattet wird.
Können Problemstellungen nicht „im Haus“ gelöst werden, wird versucht, die_den Betreffende_n an eine Facheinrichtung weiter zu vermitteln. Alles darüber hinausgehende - wie Betreuungsangebote oder Therapien - können und sollen durch die ANN AND PAT Jugendkulturbox nicht angeboten werden.

6.4. Gendersensible Jugendarbeit

Ziel gendersensibler Pädagogik ist es, Einstellungs- und Verhaltensstereotype, die den Geschlechtern zugeordnet werden und denen entsprechend junge Menschen sozialisiert werden, zu hinterfragen und aufzuweichen, vor allem dann, wenn sie Jugendliche in deren freier Entwicklung behindern und einschränken.
Es gilt diese Einschränkungen abzubauen, um mehr Freiheit und Gleichwertigkeit zwischen den Geschlechtern zu erlangen.

Für die Mitarbeiter_innen der ann and pat jugendkulturbox ist eine ständige kritische Analyse des Geschlechterverhältnis unabdingbar nur so kann erkannt werden, welche Mechanismen Mädchen und Burschen in ihrer freien Entwicklung hindern.
So gilt es auch eigene Bilder von „Mädchen oder Jungen-sein“zu hinterfragen. Da diese Bilder oft Produkte der eigenen Sozialisation sind.

Geschlechtssensible Pädagogik in der ann and pat Jugendkulturbox setzt sich aus den Teilen Mädchenarbeit, Burschenarbeit (in homogenen Gruppen) und reflexiver Koedukation(in heterogenen Gruppen) zusammen.
Die ann and pat Jugendkulturbox bietet geschlechtssensible Angebote sowohl in homogenen als auch in heterogenen Zusammenhängen an.

Ziele geschlechtssensibler Jugendarbeit in der ann and pat Jugendkulturbox sind:

* Ein Klima zu schaffen, in denen sich Jugendliche, die nicht den gängigen heterosexuellen Geschlechterrollen entsprechen (wollen) wohlfühlen.

*Einen Raum zu schaffen, der frei von heteronormativen Zwängen, Vorurteilen und Diskriminierung ist.

*Jugendliche zu ermutigen sich einerseits mit diesem Thema auseinander zusetzen, andererseits frei von Angst und Vorurteilen zu ihrer jeweiligen sexuellen Ausrichtung zu stehen.

*Durch gendersensible Ansätze, Handlungsmöglichkeiten für junge Menschen zu erweitern und geschlechtertypische Zuordnungen zu überwinden.

*Jugendliche in ihrem Selbstwert zu unterstützt um so ihre eigene Art Geschlecht zu entwickeln und selbstbestimmt ihre Geschlechteridentität zu entfalten.

6.5. Kultur- und Medienarbeit

Die Kultur- und Medienarbeit der ANN AND PAT Jugendkulturbox basiert auf den Zielen,
Jugendlichen Raum und andere Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um persönliche und gruppen- bzw. szenespezifische Verhaltensweisen und Ausdrucksformen leben und entwickeln zu können,
ihnen die Möglichkeit einzuräumen und sie darüber hinaus dabei zu unterstützen, sich (öffentlich) zu äußern und mit ihrem „Output“ identitätsstiftend zu wirken,
sie an kreativen Prozessen und deren Umsetzung in einer Gruppe/einem Team teilhaben zu lassen,
sie an Techniken heranzuführen, die ihnen (neue) Möglichkeiten einräumen, sich zu äußern,
sie mit KünstlerInnen und Kulturorganisationen, deren Arbeitsweise und Gedankenwelt/Philosophie persönlich bekannt zu machen,
sie mit aktueller und bemerkenswerter Kunst- und Kulturproduktion (Film, Theater, Musik, Bildende Kunst, TV/Video, Medien ...) zu konfrontieren und zu einem Diskurs herauszufordern.
Die konkrete Arbeit bezieht sich auf Veranstaltungstätigkeit (Konzerte, Partys, Videokino, Ausstellungen, Ausflüge ...) einerseits, auf Kultur- und Medienprojekte und die Unterstützung andererseits.
Die Bereitschaft, bei Projekten mitzugestalten ist bei Jugendlichen vor allem dann gegeben, wenn einerseits genügend Freiräume und Möglichkeiten dazu vorhanden sind, andererseits eine professionelle Anleitung auf einer kooperativen Ebene erfolgt, eine gut funktionierende Unterstützung gewährleistet ist.
Für die meisten Jugendlichen bildet die Lust an der kreativen Arbeit, an der Teilnahme an Prozessen, am Sammeln von (ungewöhnlichen) Erfahrungen die Basis ihrer Motivation, sich auf eine Mitarbeit z. B. bei einem Projekt einzulassen, stärker als etwa das Transportieren von Inhalten. Im Zentrum steht oft die eigene Biographie, ein Patchwork, mit dem die Arbeit in jedem Fall „kompatibel“ sein muss. Sie soll durch die Betätigung eine Aufwertung erfahren, angereichert werden.

7.ANN AND PAT - die konkreten Angebote

7.1. Café

Mittwoch ... 15 bis 21 Uhr
Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag ... 16 bis 22 Uhr
bei Veranstaltungen entsprechend länger.
Das Café - ein Treffpunkt, um gemeinsam mit Freundinnen und Freunden gemütliche Stunden in einem angenehmen Ambiente zu verbringen. Zeitschriften und Spiele, stehen bereit, ebenso ein Internet-Terminal. Während des Cafébetriebs werden bis 18.00 Uhr ausschließlich antialkoholische Getränke ausgeschenkt - und es stehen durchgehend Ansprechpartner_innen der Einrichtung zur Verfügung..

7.2. Veranstaltungen

Veranstaltungen finden in der ANN AND PAT Jugendkulturbox bevorzugt Freitag und Samstag Abend statt.
Konzerte: Für ca. 40 Abende pro Jahr holt die ANN AND PAT Jugendkulturbox Bands aus Linz, aber auch viele Musiker_innen von Auswärts auf die Bühne.
Feste: Die ANN AND PAT Jugendkulturbox veranstaltet Feste zu verschiedenen Anlässen, die unter einem bestimmten Motto stehen. Dekoration, Musik und Kulinarisches gibt es auf diesen Festen.
Tele-vis-ja: Im Kinosaal der ANN AND PAT Jugendkulturbox finden regelmäßig Filmvorführungen statt. Gezeigt werden Filme und Dokumentationen abseits und von Hollywood. Anschließende Diskussion erwünscht.
Vorträge: Im Kinosaal werden von verschiedenen Organisationen Vorträge zu bestimmten Themen präsentiert.
Ausstellungen: Einmal im Jahr wird in den Räumlichkeiten des Ann & Pat eine Austellung mit gesellschaftspolitischem Bezug organisiert.
Darüber hinaus ist alles möglich, was sich im zeitlichen, räumlichen und finanziellen Rahmen realisieren lässt.

7.3. Außer Haus

Da die ANN AND PAT Jugendkulturbox zwar viele Veranstaltungen im Haus bietet, manches aber doch vor Ort nicht machbar ist, bietet die Box im Rahmen der Exped.-Reihe kulturinteressierten Besucher_innen die Möglichkeit, spannende Veranstaltungen (Festivals, Konzerte, Aufführungen, Ausstellungen ...) als Gruppe zu besuchen.

7.4. Kultur- und Medien-Projekte

Die Kultur- und Medienprojekte bilden - thematisch ungebunden - die Kulturarbeit im engeren Sinn (vgl. Pkt. 6.5). Die Projektgruppen bestehen aus Jugendlichen, Künstler_innen, Mitarbeiter_innen. Teilnahme, Leitung und Unterstützung wird individuell vereinbart, ein gänzlicher „Rückzug“ der „Fachkräfte“ zugunsten der Jugendlichen ist denkbar und erwünscht. Das Ziel: Jugendliche erarbeiten Angebote für Jugendliche.
Das virtuelle Jugendzentrum: ANN AND PAT im Internet! Veranstaltungstips, Projekte, Artistpool, Texte, Konzepte, Aktuelles,- alles unter : www.ann-and-pat.at

7.5. Informations- und Weiterbildungsangebote

Eine gut geführte Infothek gehört zur Grundausstattung jeder Jugendeinrichtung: Material (Bücher, Landkarten, Videos, offener Internetzugang...) zu allen wichtigen Themen.

7.6. Persönliche Information und Beratung

Troubleshooting! Orientierung in rauhen Zeiten, Begleitung auf unangenehmen Wegen, Unterstützung bei Problemen durch kompetente Information und Beratung: die Mitarbeiter_innen der ANN AND PAT Jugendkulturbox nehmen sich der Belange Jugendlicher an. Dabei gilt: alle Beratungsangebote sind anonym, parteilich, freiwillig und kostenlos.